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Moikis Charity-Dinner: Unvergesslicher Abend bei einem Vorbild

Bereits zum dritten Mal lud Stefan Moik Ende April zum »Charity Dinner« ins Alte Stahlwerk nach Neumünster. Und auch eine Anordnung der Krzysztof-Nowak-Stiftung hatte sich auf den Weg ins Schleswig-Holsteinische gemacht: bestehend aus Roy Präger, Reiner Müller und mir. Stefan, 2008 selbst an ALS erkrankt, unterstützt schon seit vielen Jahren unsere Stiftung mit Geldbeträgen, die er über Charity-Events sammelt (am 15. Juni findet sein nächstes Charity-Fußball-Turnier statt).

Zum Charity-Dinner in Neumünster waren wieder viele hochkarätige und interessante Gesprächsgäste erschienen. Den Abend im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Alten Stahlwerks moderierte äußerst charmant Andreas Käckell, ein bekannter Sportjournalist und Leiter des NDR-Sportclubs. Er leitete auch die zwei Talkrunden, die das Herzstück des Events waren. Dazu gesellten sich persönliche Worte von Stefans Freunden und dem großartigen Organisationsteam.

Als Gast der ersten Talkrunde hatte ich angenehme Prominenz an meiner Seite: die großartige Kirsten Bruhn, ehemalige Paralympic-Schwimmerin, und Kristina Herbst, Landtagspräsidentin von Schleswig-Holstein. Ein wirklich anregender und bewegender Austausch. Wir sprachen natürlich auch über Krankheit und den Umgang in der Gesellschaft mit den Herausforderungen, die aus einer Erkrankung resultieren.

Teilnehmende der zweiten Talkrunde waren Navina Omilade, ehemalige Profifußballerin und derzeitiges Mitglied des Aufsichtsrates vom frisch gebackenen Aufsteiger Holstein Kiel, Roy Präger, ehemaliger Profi beim VfL Wolfsburg und HSV, und Lutz Wagner, ehemaliger Weltklasse-Schiedsrichter. Sie tauschten sich aus über aktuelle Dinge aus dem Profifußball.

Zudem hielt Lutz Wagner einen sehr unterhaltsamen Vortrag und Bauchredner Mario Reimer amüsierte uns mit kleinen Einlagen. Das Alte Stahlwerk in Neumünster bot ein wunderschönes Ambiente für diese Veranstaltung und überzeugte mit einer großartigen Bewirtung. 

Stefans körperlicher Zustand lässt es leider nicht mehr zu, aktiv an diesem Abend teilnehmen zu können. Aber natürlich war er anwesend! Ich finde es einfach großartig, dass Stefan und sein Umfeld weiter solche Veranstaltungen ausrichten – trotz der unübersehbaren Schwierigkeiten. Er ist ein großes Vorbild, nicht nur für Menschen, die an ALS erkrankt sind …

Emotional war der Abend für mich eine Gratwanderung, da mir neben den vielen schönen Momenten unmittelbar die Dramatik und Grausamkeit der Erkrankung vor Augen geführt wurde. (Lieber Stefan, Du verstehst, wie ich es meine?). Und es ist so wichtig, das Schmerzhafte zur Sprache zu bringen. Denn wenn wir als Gesellschaft nicht lernen, über Tabus zu sprechen, werden die Schmerzen nur heftiger – aber für jeden Einzelnen, einsam, für sich. Stellen wir schöne und herausfordernde Momente selbstverständlicher nebeneinander, so wie an diesem Abend in Neumünster, machen wir es für alle ein Stück erträglicher. Denn das macht das Leben im besten Fall aus: Licht und Schatten in einem. Ganz nach meinem Motto: #ALSohappy

Ich habe bereits meine Zusage fürs nächste Jahr gegeben und hoffe auf ein glückliches Wiedersehen …

Zu guter Letzt folgen hier noch Videos von diesem unvergesslichen Abend – und weiter unten eine Fotogalerie.

Eine Antwort

  1. Hallo Philipp, ich bin sehr, sehr beeindruckt von Ihnen und Ihrem Engagement. Diese Erkrankung ALS begleitet mich gedanklich seit vielen Jahren. Mein Sohn hat vor mehr als 20 Jahren so eine Geschichte aus dem Hörsaal der medizinischen Fakultät mitgebracht. Er ist inzwischen Oberarzt an einer Klinik, die hier schwerpunktmäßig ALS Patienten betreut. Ich selber bin seit über 15 Jahren in der Hospizarbeit tätig und begleite einen ALS Patienten in Ihrem Alter, der auch seit 7 Jahren die Diagnose hat. Ich erlebe bei jedem Besuch diesen eindrucksvollen jungen Mann ohne Sprache, gefangen in seinem Körper und doch so präsent. Sehr gerne besuche ich ihn und verbringe Zeit mit ihm. Immer nehme ich etwas für mich mit und profitiere von den Erfahrungen mit ihm.
    Ihnen wünsche ich noch viel Lebensfreude, positive Energie und Erfolg für die Weitere Verbreitung Ihrer Erfahrungen. Ihr Buch habe ich nach dem Nachtcafe gleich bestellt und freue mich darauf. Herzlichst Monika

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